Beschreibung
MITMENSCHENREDEN | Ausgabe 2026-03
Thema dieser Ausgabe: Im Dilemma: Der Journalismus
Unsere Öffentlichkeit steht unter Spannung: Vertrauen schwindet, Debatten verengen sich, Medien verlieren Autorität – und zugleich bleibt Journalismus unverzichtbar für Orientierung, Widerspruch und demokratische Selbstverständigung. Diese Ausgabe fragt, was geschieht, wenn Wirklichkeit nicht mehr nur berichtet, sondern geframt, verdichtet und moralisch aufgeladen wird. Nüchtern, streitbar und mit offenem Blick für unterschiedliche Perspektiven.
Im Zentrum steht die Frage, wie Journalismus in einer fragmentierten Gesellschaft wieder Vertrauen gewinnen kann. Braucht es mehr Demut vor der komplexen Wirklichkeit? Wie viel Binnenpluralismus vertragen Redaktionen – und wie viel Widerspruch hält eine freie Gesellschaft tatsächlich aus? Wo endet Haltung, wo beginnt Verzerrung? Und was bedeutet journalistische Verantwortung, wenn Medienkonsumenten selbst Teil jener Aufmerksamkeitslogik sind, die sie kritisieren?
Schwerpunkte dieser Ausgabe:
Mary Abdelaziz-Ditzow über Narrative, Haltungsjournalismus, Medienkompetenz und die toxische Symbiose zwischen Redaktionen und Publikum – mit dem Plädoyer für mehr Demut im Journalismus.
Franziska Harter über katholischen Journalismus, weltanschauliche Transparenz, Wahrheitssuche und die Rolle konfessioneller Medien in säkularen Debatten.
Flavio von Witzleben über Meinungsfreiheit, Gegenöffentlichkeit, öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die Frage, warum Freiheit Widerspruch braucht.
Prof. Dr. Fritz Söllner über den Triumph der Gesinnung über die Urteilskraft – und über politischen Moralismus als Gefahr für vernünftige Debatten.
Weitere Beiträge zu Vertrauen in der Politik, Petitionen als demokratisches Instrument, Pressefreiheit, Kollektivismus, Bitcoin, KI und Kontrollverlust, Fachkräftemangel, Mileis Reformkurs, Integration, Demenz, jüdischem Leben, innerer Sicherheit, christlichem Content und der Zukunft öffentlicher Debatten. Ergänzt durch Kolumnen, Porträts und fotografische Perspektiven.
Wer verstehen will, warum Medienkritik heute mehr ist als bloßes Misstrauen – und warum eine offene Gesellschaft besseren Streit statt weniger Streit braucht –, findet in dieser Ausgabe Argumente, Reibung und Perspektivenwechsel statt fertiger Gewissheiten.

